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Grippe vs Erkältung: Phasen, Dauer und Unterschiede

08. Januar 2026

Wenn Husten, Halsschmerzen oder Fieber auftreten, stellen sich viele Menschen die Frage: Habe ich eine einfache Erkältung oder eine echte Grippe? Beide Erkrankungen gehören zwar zu den Atemwegsinfekten und können ähnliche Beschwerden verursachen, doch der Verlauf, die Dauer und die Intensität unterscheiden sich häufig deutlich.

Wir erklären die wichtigsten Unterschiede zwischen einer Grippe und einer Erkältung, zeigen typische Phasen der Infekte und informieren, wie lange die Beschwerden normalerweise dauern. Zudem geben wir Tipps zu Hausmitteln, die helfen.

Was ist eine Erkältung – und was eine Grippe?

Erkältung (grippaler Infekt): eine milde, aber hartnäckige Virusinfektion

Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, ist eine meist harmlose Infektion der oberen Atemwege. Typisch sind:

  • verstopfte oder laufende Nase
  • Kratzen im Hals
  • leichter Husten
  • Müdigkeit

Seltener kann es auch zu Ohrenschmerzen oder Fieber kommen. Eine Erkältung wird durch zahlreiche unterschiedliche Viren ausgelöst, darunter zum Beispiel Coronaviren. Da diese Viren sehr variabel sind, treten Erkältungen besonders oft in der kalten Jahreszeit (Herbst und Winter) und bei geschwächter Immunabwehr auf. Bei einem normalen Verlauf klingt eine Erkältung in der Regel von selbst wieder ab.

Grippe (Influenza): eine plötzlich auftretende, schwere Infektionskrankheit

Die echte Grippe wird durch Influenzaviren verursacht und verläuft deutlich intensiver. Typisch sind:

  • plötzliches, hohes Fieber
  • starke Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen
  • trockener, heftiger Husten
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • deutliche Schwäche und Erschöpfung
  • schneller Beginn innerhalb weniger Stunden

Während bei einer Erkältung meist nur die Atemwege betroffen sind, trifft eine Grippe den gesamten Körper. Auch der Verlauf ist schwerer als bei einer Erkältung und kann bei Risikogruppen zu Komplikationen führen (zum Beispiel zu einer Lungenentzündung). Zu den Risikogruppen zählen besonders ältere Menschen, Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen.

Person mit Schnupfen hält ein Taschentuch vor die Nase
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Corona: ein grippaler Infekt der besonderen Art

Häufige Symptome bei dem Coronavirus:

  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Fieber
  • trockener Husten
  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Die Krankheitsverläufe variieren stark, sodass es keinen typischen Krankheitsverlauf gibt. Die meisten Betroffenen erholen sich nach ein bis zwei Wochen wieder, bei manchen können jedoch gesundheitliche Langzeitfolgen bestehen bleiben (Long COVID).

Unterschied zwischen Grippe und Erkältung: Die wichtigsten Merkmale

MerkmalErkältung (grippaler Infekt)Grippe (Influenza)
1. Beginn der Erkrankunglangsam, schleichend über 1–2 Tagesehr plötzlich, oft innerhalb weniger Stunden
2. Fieberselten oder nur leicht erhöhtmeist hohes Fieber über 39 °C
3. Schmerzenleichte Kopf- oder Gliederschmerzenstarke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen
4. AtemwegsbeschwerdenSchnupfen steht im Vordergrundtrockener, stark ausgeprägter Husten
5. Allgemeinbefindenbeeinträchtigt, aber meist alltagstauglichstarke Schwäche, Bettruhe fast immer notwendig
6. Dauermeist 7–10 Tage1–2 Wochen, Erschöpfung oft länger

Erkältung Phasen: So verläuft ein typischer grippaler Infekt

Phase 1: Halskratzen und Müdigkeit (Tag 1–2)

  • erstes Kribbeln im Hals
  • leichter Druck im Kopf
  • beginnende Schlappheit

Phase 2: Schnupfen dominiert (Tag 2–4)

  • laufende oder verstopfte Nase
  • Niesreiz
  • leichter bis mäßiger Husten

Phase 3: Husten verstärkt sich (Tag 4–7)

  • Husten wird stärker
  • Schleim löst sich langsam
  • Müdigkeit bleibt spürbar

Phase 4: Abklingen der Symptome (Tag 7–10)

  • Nase wird freier
  • Husten lässt nach
  • Energie kehrt zurück

Wie lange geht eine Erkältung?
In der Regel dauert sie 7 bis 10 Tage, manchmal etwas länger, wenn Husten (zum Beispiel Reizhusten) schleppend abklingt.

Phasen einer Grippe: Warum der Verlauf härter und länger ist

Eine Grippe hat keinen milden Vorlauf – sie beginnt meist abrupt. Die typischen Phasen:

Phase 1: Plötzlicher Erkrankungsbeginn (Stunden)

  • hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • starke Kopf- und Gliederschmerzen

Phase 2: Akute Krankheitsphase (Tag 1–5)

  • trockener, heftiger Husten
  • große Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit
  • ausgeprägte Schwäche
  • Magen-Darm-Beschwerden

Phase 3: Erholungsphase (Tag 5–14)

  • Fieber sinkt
  • Husten bleibt oft länger bestehen
  • Müdigkeit und Kraftlosigkeit können Wochen anhalten

Was tun, wenn man Symptome spürt?

Wer Erkältungssymptome spürt, sollte zu Hause bleiben und sich auch dort von seinen Mitmenschen möglichst fernhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden. Eine Erkältung ist nach einer guten Woche meist schon überstanden, aber auch sonst kann es sinnvoll sein, die Entwicklung der Symptome erst einmal über einige Tage hinweg zu beobachten: Oftmals sieht man dann schon klarer.

Wann sollte man medizinischen Rat einholen?

  • hohem Fieber über mehrere Tage
  • Atemnot oder starker Brustenge
  • sehr starkem Husten
  • starke Halsschmerzen
  • starke Ohrenschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Vorerkrankungen wie Diabetes, Herz- oder Lungenerkrankungen
  • Kindern, älteren Menschen und Schwangeren

Wichtig: Zum Arzt sollte man nur mit einer vorherigen Anmeldung gehen. Die Krankschreibung ist zurzeit auch telefonisch möglich, und auch die eine oder andere Frage zum Krankheitsverlauf oder zu nötigen Maßnahmen und Medikamenten lässt sich sicher am Telefon oder gegebenenfalls in der Video-Sprechstunde klären.

Auch Ihre Apotheken in Ihrer Region unterstützen Sie bei der Auswahl geeigneter Medikamente und geben Hinweise zu Selbstbehandlungsmöglichkeiten.

Frau hält weiße Tasse in der Hand, Nahaufnahme mit grünem Strickpullover
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Behandlung: Was wirklich hilft

Behandlung einer Erkältung: Unterstützung für den Körper

1. Viel trinken

Flüssigkeit verflüssigt Schleim, beruhigt Schleimhäute und hilft dem Körper bei der Temperaturregulation. Trinken Sie daher viel Wasser, Kräutertees und warme Brühen.

2. Ausreichend Ruhe

Schlafen Sie ausreichend und vermeiden Sie körperliche Belastung. So können Sie das Immunsystem Ihres Körpers unterstützen.

3. Nasenspülungen und Meersalzsprays

Nasenspülungen reinigen die Nasengänge, lösen festsitzenden Schleim und beruhigen gereizte Schleimhäute. Sie sollten allerdings nur in der akuten Erkältungsphase angewendet werden und nicht dauerhaft. Abschwellende Nasensprays können kurzfristig (max. 5–7 Tage) hilfreich sein, damit Sie besser schlafen und atmen können.

4. Hustenmittel

Die Wahl hängt davon ab, in welcher Phase sich der Husten befindet und ob Sie einen produktiven oder unproduktiven Husten haben (also ob sich Schleim löst oder nicht). Ihre Apotheke hilft Ihnen gerne bei der Auswahl des passenden Mittels.

5. Wärmeanwendungen

Warme Brustwickel oder ein warmes Kirschkernkissen können Muskeln beruhigen,  Hustenreiz lindern und Entspannung fördern.

Behandlung der Grippe: Schonung ist entscheidend

Eine echte Grippe fordert den Körper stark, weshalb konsequente Ruhe das Wichtigste ist.

1. Strikte Ruhe und Bettruhe

  • volle körperliche Schonung
  • Immunsystem wird nicht durch zusätzliche Belastung geschwächt
  • hilft, Komplikationen wie Herzmuskelentzündung zu vermeiden

2. Ausreichend Flüssigkeit

  • Wasser, Kräutertee, verdünnte Säfte
  • Flüssigkeit gleicht hohen Verlust durch Fieber und Schwitzen aus

3. Fiebersenkende Mittel

  • z. B. Paracetamol oder Ibuprofen (nach Rücksprache)
  • reduzieren Fieber und lindern Kopf- und Gliederschmerzen

4. Wohltuende Hausmittel

  • warme Tees (Holunderblüte, Lindenblüte, Kamille)
  • feucht-warme Brustwickel
  • leichte Kost: Suppen, Zwieback, Reis, gedünstetes Gemüse

Fazit: Grippe und Erkältung unterscheiden – und richtig handeln

Viele Beschwerden überschneiden sich, doch Dauer, Intensität und Verlauf zeigen, ob es sich eher um eine Erkältung oder um eine Grippe handelt. Eine Erkältung dauert meist einige Tage und entwickelt sich langsam. Eine Grippe beginnt plötzlich, verläuft schwerer und kann länger nachwirken.

Mit diesem Wissen können Sie Beschwerden besser einschätzen und schneller entscheiden, wann Selbstbehandlung genügt und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.

Apotheken in Ihrer Nähe beraten Sie gerne zu passenden Mitteln und unterstützen Sie bei allen Fragen rund um Ihre Gesundheit.